Die beste Wiener Baustelle der Welt der Woche

KATHARINA SEIDLER | 2. NOVEMBER 2017   

Was will mir der Sänger sagen, ich versteh kein Wort. Aber der Sound ist gut.“ So lautet eine Songzeile des Wiener Musikers Clemens Denk. Letztens las und sang er kryptische Texte voll magischem Leuchten aus dem Zine Kurzeichnungen im Rahmen der Reihe Baustellenbeschallung in der Schönbrunner Straße 6. Dabei handelt es sich um eine Serie kleiner Konzerte und Performances zur „Vernissagenzeit“ zwischen 19 und 22 Uhr in einem sich im Umbau befindenden Miniraum an der namensgebenden Adresse. Die guten Musikmenschen der Plattform Transformer drucken dort Fanzines, sie haben einen Automaten installiert, der in Echtzeit Schallplatten schneidet, und verhelfen Fans des Experimentellen, Elektronischen und Improvisierten zu schönen Erinnerungen. Nach Clemens Denk spielte der ebenfalls nicht oft genug zu lobende Clubmusik-Weiterdenker In My Talons ein spezielles Sampleset. Wir nehmen noch einen Schluck Dosenbier. „Das Publikum hält sich für besonders wichtig. Stehen alle rum und schauen und klatschen. Aber der Sound ist gut.“

VORSCHAU

DIENSTAG (31.10.): Halloween. Man kann bei der Viennale in der Kunsthalle Tereza und Wandl beim Hip-Hop-Auflegen erleben. Man kann dem vertrackten elektronischen Indiepop von Hearts Hearts in der Fluc Wanne frönen oder der Rebel Girl Dance Music bei Girl Jam im Rhiz. Bürgerkurator & Co spielen im Au die Clubmusik von morgen, und Young Marco, einer der freigeistigsten House-DJs der Welt, beehrt die Grelle Forelle.

FREITAG: Die tolle neue Rap- und Neo-Soul-Queen IAMDDB aus Manchester gibt ihr Wiendebüt bei Canyoudigit in der Camera, die australische DJ und Radiohost Lauren Hansom versprüht ätherische, perkussive, nie gehörte
Vibes im Celeste. Die Liveparty-Pop-Partie Ogris Debris spielt bei der Europavox Vienna Nacht im Wuk und Dirty Doering und andere Gesandte des Berliner Techhouse-Labels Katermukke drehen Knöpfchen im Horst.

SAMSTAG: Wo wieder alle „ironisch“ hingehen werden: Scooters HP Baxxter fragt im Horst „How much is the fish?“ Experimentellen Pop und präparierte E-Gitarren gibt es in der Grätzlgalerievon Raumschiff Engelmayr und Pendler, in der Grellen Forelle dimmt DJ Overdose mit Electro und dunklem Funk das Licht. Im Werk ist Ute-Bock-Charity und in der Pratersauna werkt der deutsche Techhouser Sascha Braemer.


Flyer der Woche ausgesucht von Lisa Kiss




ANZEIGE