Fisch Ahoi, Teil 9 – Der Saibling ist die Sardine

FLORIAN HOLZER | 11.03.2019   

Wir sind dann vom Traunsee ins Waldviertel zurückgefahren, mit 133 kleinen, toten Saiblingen im Gepäck, mit einer geheimen Zutat für eine weitere Folge und für noch eine geheimere Zutat für die letzte Folge. Und im Waldviertel stellte sich dann die Frage, wie man kleine, tote Saiblinge sinnvoll in eine Dose bekommen könnte. Ich mein’, nicht umsonst haben die Portugiese, Spanier und Franzosen die ovale, beziehungsweise rechteckige Dose erfunden, in die sich tendenziell eher längliche Fische nämlich sehr viel leichter einschlichten lassen als in eine kreisrunde. Erschwerend dazu kam, dass den Kollegen Pertramer und Nowak jede räumliche Vorstellung völlig fehlte und sie daher Zahlen fantasierten, mit nur zwei Fischen eine Dose zu füllen.

 

Wir enthaupteten die Fischlein, schnitten die Flossen weg, legten sie ins Rohr, und siehe da, die Rümpfe wurden gedrungener, kleiner und vor allem erwiesen sie sich auch nach dem Angaren als erstaunlich flexibel. Das war gut, denn so konnte man zwei größere Fische hochkant in die Mitte der Dose legen, zwei kleinere in die Lücken rechts und links davon pressen. Das war eng, aber nicht umsonst vermittelt die Redewendung „wie die Ölsardinen“ nicht gerade den Eindruck von Weite und Freiheit, es brachte ein recht fittes Verhältnis von Fisch und Öl mit sich und es passten letztlich vier Fische in eine Dose. Ungefähr genau so viel, wie ich vermutete, ungefähr das Quadrat dessen, was Pertramer sich imaginierte …

   

Wir bereiteten die Ölsardinen-Saiblinge auf zwei verschiedene Arten zu, einerseits nach Vorbild der in Österreich abgöttisch verehrten Nuri-Sardinen aus Portugal mit Karotten-Scheibchen, Gurken-Scheibchen und einer kleinen Chili-Schote, andererseits auf eine Weise, wie sie in Spanien auch gerne gemacht werden, nämlich gegrillt. Das schaut toll aus und gibt noch einmal einen geschmacklichen Kick, wir taten da noch Zwiebel, Zitrone und Kapern in die Dosen und die waren ziemlich super. Dass wir die einzelnen Chargen vergaßen zu markieren und sich die Dosen „Nuri-Style“ und „Gegrillt“ von außen nicht unterscheiden ließen, ist halt ein bisserl blöd.

 schaut doch super aus, oder? (alle Fotos: Hanna Gassner)

Bemerkenswert: Durch das Erhitzen im Druckkochtopf, vielleicht auch durch das Öl, verschwanden die Gräten, es blieb eigentlich nur die Mittelgräte, von der sich der Fisch aber leicht lösen ließ.