Impfstoffmangel? Alles geht zu langsam? Wieso bekomme ich als Letzter die Impfung? Ordungsruf!

Seuchenkolumne. Nachrichten aus der vervirten Welt 352


ARMIN THURNHER

03.03.2021

Wir sollten froh sein, überhaupt so schnell so viele verschiedene Impfstoffe bekommen zu haben, sagt Epidemiologe Robert Zangerle und ruft zu einem Einhalten auf. Weder ist es leicht, die Produktion einfach zu beschleunigen, noch hat die EU alles richtig gemacht, noch haben die Kritiker die Situation richtige eingeschätzt, noch ist zu großer Impfoptimismus berechtigt. Und die Sache mit dem Impfpass erledigt sich von selbst, wenn erst genügend Leute geimpft sind.  A. T.

»Das ständige Wiederkäuen von Argumenten ermüdet oft mehr als das Einhalten von „Maßnahmen“. Aber die wurden vor drei Wochen gnädigerweise gelockert. Bundeskanzler Sebastian Kurz formulierte diese Gnade (auch regieren zu dürfen) so: „Ein Lockdown, wo keiner mitmacht, hat wenig Sinn“. Ich muss also jetzt doch ermüdend argumentieren, warum ich die von allen Seiten betriebene Schuldzuweisung, die Impfung laufe so langsam ab, nicht so toll finde. Ich muss mich sogar zu einer politischen Stellungnahme hinreißen lassen (ob das mein Seuchenheiliger Armin Thurnher durchgehen lässt?) und konstatiere allenthalben Populismus, von links bis rechts, oben und unten.

Am 28. Dezember bemühte ich mich zu erklären, dass die Entwicklung der Impfstoffe so schnell gegangen ist, und jetzt soll ich mitheulen, weil alles so langsam abläuft? Im Prinzip absurd, weil wir uns glücklich schätzen können, nach so kurzer Zeit überhaupt mehrere Impfstoffe zu haben. Und ich bin heilfroh, „dann“ einen Impfstoff angeboten zu bekommen, obwohl ich sicher zu den letzten gehören werde.

Die Probleme, oder korrekter, die Umständlichkeit z.B. der Produktion der mRNA Impfstoffe werden in einem neueren Interview mit dem Chef von Rentschler Biopharma sehr gut geschildert . Charakteristisch für die Komplexität ist allein schon die zentrale Rolle der Involvierung mehrerer Unternehmen in die Produktion bei beiden (!) deutschen mRNA Impfstofffirmen BioNtech und CureVac, wobei übrigens das österreichische Unternehmen Polymun vielleicht sogar die zentrale Rolle spielt. Polymun verpackt nämlich die mRNA in Lipid Nanopartikel. Diese Verzahnung in der Produktion ist durchaus umständlich zu sehen und wird z.B. durch den neuen Produktionsort Marburg in einigen Monaten drastisch reduziert werden können.

Sie zeigt aber auch auf, dass Floskeln wie „riesige Kapazitäten liegen brach“ oder die Behauptung, Patentrechte stünden der Ausschöpfung weltweiter Produktionskapazitäten im Weg, ein bisschen zu billige Antworten darstellen. Bitte nicht missverstehen, als HIV-Aktivist musste ich jahrzehntelang miterleben, wie mühsam es war, selbst einen Patentpool für bestimmte Medikamente zu schaffen. Die COVAX Initiative wollte ja verhindern, dass sich die Fehler im Zugang zu HIV-Medikamenten bei der Impfung gegen Covid wiederholen.

„Der Unterschied, ob 10% statt 16% der Bevölkerung im ersten Quartal geimpft werden können, ist doch eine Dimension kleiner, verglichen mit dem fast Zehnfachen an Mitteln, die es gebraucht hätte, um den substantiellen Impfstoffmangel in der jetzigen Form zu verhindern. So viel mehr Mittel hätte die EU im Frühjahr/Sommer den Impfstofffirmen zur Verfügung stellen müssen, mit der Bedingung, an vielen (auch neu und aufwändig zu adaptierenden) Standorten Produktion zu ermöglichen.“ In den Verhandlungen für COVAX (Covid-19 Vaccines Global Access) via GAVI (Global Alliance for Vaccines and Immunisation) und CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) im April und Mai hat die EU zwar mitgemacht, um nicht des Fehlers, aus HIV nichts gelernt zu haben, geziehen zu werden, aber die Mittelzusage und die Bereitschaft direkt in die Produktion zu investieren war mehr als endenwollend. Ich war damals enttäuscht, Sie auch?

Mitte Mai kündigte die US-Regierung das Programm Operation Warp Speed (entnommen aus Star Trek) an, um Forschung, Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika zu beschleunigen. Es geht um Milliarden Dollar, bis Oktober waren es schon 18, obwohl das die Kosten der Involvierung vieler Bundesinstitutionen gar nicht berücksichtigt. Vereinbarungen mit AstraZeneca sehen eine Unterstützung von bis zu 1,2 Milliarden Dollar und eine Lieferung von mindestens 300 Millionen Dosen für die USA vor. Für die Zulassung warten die USA, aber auch andere Länder, auf die Ergebnisse der Phase III Studie, die in den USA durchgeführt wird. BioNTech/Pfizer und CureVac nehmen nicht am „Warp Speed“ (Präsident Biden will den Namen ändern) Projekt teil, erstere wollte angeblich die Unabhängigkeit von Wissenschaftlern sichern, letztere wollte nicht auf den US Markt. Was die Administration von Donald Trump da zustande brachte, war völlig „America first“ orientiert. Die EU und/oder die einzelnen Mitgliedsstaaten haben keine vergleichbaren Handlungen gesetzt.

Hat also die EU Schuld am derzeitigen Impfstoffmangel? Sicher. Bloß war eine Unterstützung für ein „Warp speed“-ähnliches Verhalten und gleichzeitige Berücksichtigung von COVAX weder in Bundesregierung noch in der Gesellschaft mehrheitsfähig. Die damalige Stimmung in Österreich wendete sich ganz anderen Dingen zu. Lassen sie mich das an bereits in anderem Zusammenhang zitierten Beispielen wiederholen:

  • 13. Mai, Florian Klenk: „In Wien gibt es derzeit nur rund 500 registrierte Covidfälle, die meisten vermutlich in Quarantäne. Warum müssen eigentlich immer noch 1,8 Mio Einwohner Masken in leeren Zügen und in Shops tragen? Ab welcher Zahl ist das nicht mehr erforderlich?“

Florian Krammer antwortete: „Ich würde sagen, das kommt drauf an, wie gut das Contact Tracing ist … Aber die Masken beizubehalten ist sicher keine blöde Idee.“

  • 26. Mai, Armin Wolf: Das Cafe Engländer ist völlig zu Recht weltberühmt in Wien … aber wirtschaftlich wird die Post-Corona-Zeit eine brutale Herausforderung…

Josef Kalina antwortete: „Die Krise sollte offiziell für beendet erklärt werden…..Die bedrückende Stimmung muss gehoben werden“

  • 30. Mai, Michael Fleischhacker: „Ich denke, dass sich die Konfusion, die wir derzeit beobachten können, weil sich noch niemand so recht zuzugeben traut, dass die Coronasaison vorbei ist …“

Ganz generell war man damals nicht bereit, Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken. Das sollten auch die jetzt besonders lauten Kritiker der EU der Ehrlichkeit halber einräumen. Natürlich gab es Ärzte ohne Grenzen und andere, die das völlig anders sahen. Und natürlich hätte man auch noch später, selbst jetzt noch (!) korrigieren können. Siehe Interview mit dem Chef von Rentschler Biopharma. Wenn man die zeitliche Abfolge der Vereinbarungen der EU mit den Impffirmen anschaut, werden Interessen und Verflechtungen ganz offensichtlich: zuerst Verhandlungen mit den Platzhirschen unter den Pharmafirmen, dann lang nichts und sehr spät mit den innovativen „neuen“ Firmen. Das entspricht weder moderner Industriepolitik noch den Interessen der öffentlichen Gesundheit.

Die Abfolge der Impfstoffzulassungen müsste eigentlich das Gesundheitsministerium irritieren, dort wurde die Zulassung des Impfstoffes von Janssen in das 2. Quartal verlegt, obwohl die Seuchenkolumne Wochen vorher berichtete, dass die Zulassung im 1. Quartal stattfinden wird. Hat Bundeskanzler Sebastian Kurz das mit der EMA verwechselt, als er meinte, die EMA sei zu langsam? Vorerst will er bezüglich Impfstoffen nicht nur von der EU abhängig sein und plant gemeinsam mit Israel und Dänemark eine eigene Impfstoff-Produktion. Bisher war nur die Rolle von Polymun bekannt. Baxter international hat zwar die Europazentrale in Wien, will in Kooperation mit Novavax deren Impfstoffe aber in Halle, Deutschland produzieren und nicht in Orth an der Donau. Die Zulassung des Impfstoffes von Novavax wird für den Mai erwartet, das Gesundheitsministerium listet ihn überhaupt nicht. Und die Zulassung von AstraZeneca in den USA sollte erfolgen, sobald Ergebnisse der Phase III Studie in den USA vorliegen, also „bald“.

Als mir zum Jahreswechsel und kurz danach einige Menschen ein Gutes Neues Jahr wünschten, hängten nicht wenige den Wunsch „eine baldige Impfung“ dran. Habe mich für diese gut gemeinte Geste jeweils ordentlich bedankt, war aber oft doch ein wenig irritiert, weil ich so viel Naivität nicht für möglich hielt. Die meisten hatten doch gerade die Seuchenkolumnen zur Impfung gelesen! Wie konnte es ihnen da entgehen, dass 69-Jährige, weder Risikogruppe noch in der kritischen Infrastruktur tätig, im ersten Halbjahr kaum Zugang zu Impfstoff haben werden? Auch zu Hause glaubte mir das keiner, also wettete ich, dass im 1. Quartal diese Gruppe am wenigsten Impfstoff erhalten wird. Die Wette: der Gewinner, die Gewinnerin darf (ohne Diskussion!) über den Standort für die Gewürze am Balkon entscheiden.

Das Gesundheitsministerium weist klar aus, dass die Gruppe der 65-74-jährigen am wenigsten Impfstoff bis zum 2. März erhalten hat, und das wird sich bis zum Ende des Quartals nicht wesentlich ändern. Also habe ich diese Wette naturgemäß gewonnen, und kann jetzt allein entscheiden, wo der Salbei und wo der Thymian hinkommt! Ich setzte darauf, dass dieser Altersgruppe das typisch österreichische Türchen „Insbesondere um Impfstoffverwurf zu vermeiden oder wenn ausreichend Impfstoff verfügbar ist, sollen auch die engsten Kontaktpersonen dieser Personengruppe geimpft werden“ verschlossen bleiben wird, da ihre Eltern, Onkeln und Tanten meist schon verstorben sind. Und zweitens gehören sie nur mehr sehr selten der kritischen Infrastruktur an, deren kreative Definitionen als vielstimmiger Kanon längst schon zu einem Ohrwurm geworden sind.

Vorausgegangen sind der Wette heftige Diskussionen, nach welchen Kriterien die Priorisierung der Impfreihenfolge wohl erfolgt sei, wobei die Berücksichtigung von medizinischen und sozialpolitischen Kriterien selbstredend immer außer Streit war. Nach der Impfreihenfolge kommt meine Frau vor mir dran: eine 61-Jährige und Angehörige der Risikogruppe kommt vor einem 69-jährigen, Priorität Erhöht (Gruppe 3) vs. Priorität Moderat erhöht (Gruppe 4) . Aber das Glück schien auf meiner Seite zu sein, weil „Personen (unabhängig vom Alter) mit Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko und deren engste Kontaktpersonen“ doch auch in die Gruppe 3 eingeordnet werden. Ohne diese Zuordnung hatte ich Sorge, dass die Benachteiligung der kritischen Infrastruktur doch noch im öffentlichen Diskurs zur Sprache kommen wird, „entsprechend“ Berücksichtigung finden würde und ich in der Folge ans Ende der Liste gereiht würde. Der Skibetrieb in Hochfügen (vorderes Zillertal) musste für wenige Tage eingestellt werden, weil Mitarbeiter der Liftanlagen an der „südafrikanischen“ Variante von SARS-CoV-2 erkrankten. So ein Zusammenbrechen der kritischen Infrastruktur will doch niemand mehr haben, selbst wenn es nur einen kleinen Teil des Skigebietes betraf.

Meine Frau hat sich zur Impfung angemeldet. Ich sah zunächst keine Notwendigkeit, mich viele Wochen „zu früh“ anzumelden. Außerdem ging ich davon aus, dass unsere Zentren der Impflogistik mit so einer Anmeldung rein gar nichts anfangen können, außer die Zahl der Anmeldungen zu verkünden. Mich erinnerten diese Anmeldungen an mein Medizinstudium in den 70-igern. Damals stellten sich viele Kommilitonen, stundenlang in aller Herrgottsfrühe, manchmal sogar die ganze Nacht vor dem Dekanat an, um den richtigen Prüfungstermin zu bekommen. Habe mich damals nie angestellt, mein Studium trotzdem sehr erfolgreich und eher schneller als die Ansteher beendet. Jetzt also wieder. Kommt Zeit, kommt Rat.

Ich wollte mich dann doch anmelden, es ist mir in Tirol aber nicht gelungen, weil die Kategorie Kontaktperson nicht existiert und man lediglich angeben kann, ob man ein Risikoattest hat. Dann schaute ich noch in Salzburg und Wien und fand dort eine Liste, die drei Arten von Kontaktpersonen beinhaltet, nämlich Enge Kontaktpersonen von Schwangeren im selben Haushalt, Kontakt mit Hochrisikopatient*innen im selben Haushalt und Mobile Pflegebedürftige zu Hause (Angehörige & Klient*innen).  

Könnte ich mich in anderen Bundesländern als zur letzten Gruppe gehörend anmelden? Ab welchem Pflegeaufwand ist das gerechtfertigt, gar schon ab Pflegestufe 2?

Mich regt auf, dass in der Impflogistik alles nach Business Modellen ausschaut. Das fängt mit der Bestellung im eShop an, geht über Hofieren des Pharma-Großhandels weiter und endet in den standespolitisch verankerten Deals der Ärztekammer mit Bundes- und Landesregierungen (wo die Niedergelassenen alles und die Krankenhäuser mehr oder weniger nichts sind). Die Erwartung, dass sich unsere Ältesten einfach anmelden werden, zeigt, wie weit wir von gemeindenaher Beteiligung weggekommen sind. Auch hat es einen Touch von First come, first serve. Das ist sicherlich für unsere Ältesten und Hochrisikopatienten (Prioritätsstufe 1) momentan nicht akzeptabel. Man muss sich auch bewusst sein, dass first come, first serve nicht den Prinzipien von Public Health folgt. Dazu braucht es schon zusätzliche Maßnahmen, um Gerechtigkeit und Effizienz zu steigern. Am Ende des Tages (Sommer!) wird man von Tür zu Tür gehen (müssen), um möglichst viele für die Impfung gewinnen zu können. Da werden ortsnahe unterstützende Organisationen und Vereine für Soziales viel Arbeit haben.

Noch ein Ärgernis: ein Bekannter, ein sich fortschrittlich wähnender Kulturschaffender, der Anfang Jänner von seinem Glück „bald dran zu kommen“ berichtete, zumal seine Frau beim ORF arbeite. Es bleibt ein Rätsel, wie so ein dummes Gerücht überhaupt entstehen konnte, aber noch mehr, warum manche daran glaubten, ohne zu merken, damit eine rote Linie weit überschritten zu haben.    

Zum Abschluss der Versuch einer Antwort auf die Frage von Andreas Steinmayr, Professor für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Innsbruck, „Warum drängen viele Interessenvertreter auf Maßnahmen, die kurzfristig attraktiv erscheinen, aber langfristig mit großer Wahrscheinlichkeit zu schlechteren Ergebnissen führen?“ Er hat darauf keine Antwort, bekundete er erst kürzlich gegenüber einer Journalistin. Sie wunderte sich nämlich über das stille Verhalten der Tourismusindustrie, die einen problematisch werdenden Sommer, der gerade entstehen könnte, offensichtlich nicht thematisieren will. Dafür rückte Prof. Steinmayr mit drei Hypothesen heraus: „a) Sie sind optimistischer, was die Wirksamkeit der vorgelegten Schutzkonzepte betrifft. b) Ihnen ist die kurze Frist wichtiger als die lange Frist. c) Es gibt ein grundsätzliches Missverständnis über den Trade off zwischen Wirtschaft und Gesundheit.“ Ich vermute, alle drei Hypothesen treffen zu.

Und zum Schluss noch ein paar Gedanken zu den Zertifikaten, dem „Impfpass“. Zuerst sei klargestellt, dass es diesen schon lange gibt. Das beste Beispiel ist das Zertifikat zur Gelbfieberimpfung, das auch gleich zeigt, dass solche Zertifikate vertrauenswürdig sein müssen und ihre Verwendung klar reguliert werden muss. Im Jahr 2021 scheint auch klar zu sein, dass dies nicht nur in Papierform, sondern auch digital zur Verfügung gestellt werden muss. Das spielt aber in der jetzigen Diskussion praktisch keine Rolle. In dieser geht es um unausgegorene Rechte und Pflichten zum Reisen, aber nicht nur. Solche Rufe werden nämlich auch aus der Veranstaltungs- und in der Sportbranche zunehmend lauter und fordernder, obwohl bis zur Implementierung von Zertifikaten nicht nur deren legitime Verwendung einer ausreichenden Diskussion bedürfte, sondern auch fachliche Fragen noch völlig offen sind. Wie weit schützen die Impfungen vor Infektionen? Ich bin da durchaus optimistisch, dass Impfstoffe in Teilen auch vor Infektionen schützen. Wissenschaftlich nicht leicht, diesen Nachweis sicher zu führen, es werden aber laufend Ergebnisse erwartet und es gibt auch schon gute Vorschläge, wie diese Wirksamkeit gemessen werden könnte .

Wenn dann eine verminderte Übertragung durch den Impfstoff nachgewiesen wird, unterscheiden wir drei Situationen:

  1. Unvollständiger Rollout von Impfstoffen. Solange Impfstoffe bestimmten Gruppen vorbehalten bleiben, setzt der differenzierte Zugang zu einer Aktivität eine solide Begründung voraus und insbesondere das Fehlen von Alternativen.
  2. Sobald alle, die sich impfen lassen wollen, dies auch tatsächlich tun können, wird das Risiko für Nicht-Geimpfte zu einem Risiko, das sie nur für sich persönlich eingehen. Sind genügend Menschen geimpft und damit die Risiken für das Gesundheitssystem tragbarer, so erübrigt sich die Forderung nach einem Impfzertifikat, außer in spezifischen Fällen, in denen ein solches auch für andere Krankheiten auch jetzt schon obligatorisch ist (z. B. bei der Einreise in bestimmte Länder oder bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten).
  3. Bleibt die Impfrate zu niedrig, um eine Gefährdung des Gesundheitssystems auszuschließen, lässt sich die Forderung nach einem Impfzertifikat dadurch rechtfertigen, dass sie dazu beiträgt, wichtige Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit verwirklichen zu können. In diesem letzten Fall ist eine solche Anforderung am stärksten gerechtfertigt.« R. Z.

    Distance, hands, masks, be considerate!

    Ihr Armin Thurnher

    @arminthurnher

    thurnher@falter.at


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