Post an den Kolumnisten. Seuchenbriefe IV

Seuchenkolumne. Nachrichten aus der Selbstisolation 56


ARMIN THURNHER

11.05.2020

Zu #55 Ticket aus Licht
Was für ein berührender Text. Nachhaltiges Herzklopfen bleibt – von ihren Worten und den Gedichten gleichermaßen – und das Buch wird gekauft.
Und endlich auch einmal ein großes Danke an Sie, Herr Thurnher für die tägliche Seuchenkolumne. Sie erhellt und wärmt mir tatsächlich die Tage. Es tut unendlich gut, wenn ich mich so gut wie immer wiederfinde in ihren politischen Kommentaren (ist reine Psychohygiene für mich – danke) und ihre Sprache ist eine helle Freude für mich. Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gute Zeit im schönen Waldviertel und freue mich schon darauf, von Ihnen morgen wieder zu lesen.

Angelika Fussenegger, Wien

Zu Sebastian Kurz
Ich leide, denn ich denke, Sie sind der Kurz-Inszenierung leider längst auf den Leim gegangen. Haben Sie, Herr Thurnher, wirklich verlernt zu kämpfen; auf der einen Seite ist der Basti (das ist der Böse!) ABER WO IST DIE ANDERE SEITE ? Da waren doch immer SIE ? Außerdem schätze ich den Herrn Wegscheider genauso wie Sie. 

Peter Krummholz, Wien

Auch wenn es Ihnen sicherlich sehr weh tut, dass Ihr Lieblingsfeindbild Sebastian Kurz immer mehr an Zustimmung gewinnt, während ihre Idole der linkslinken Szene im Nirvana verschwinden, sollten sie doch ein Minimum an Seriosität beibehalten. Sie sagen ja von sich selber, dass der Falter eine Qualitätsmedium sei (die Leserzahlen spiegeln dies eigentlich nicht wider). Meine Frage: Ist der österreichische Wähler so dumm oder sind Ihre ständigen negativen, vor Hass strotzenden Kommentare über Sebastian Kurz einfach realitätsfern?

Robert Krapf, Streitdorf

Dieser ekelhafte  schwurbelige Neusprech – zum Speibn. Viel Kraft und Ausdauer brauchen wir, um unsere Demokratie und liberalen Werte wieder (einigermaßen) zurück zu bekommen.

Brigitte Kerschbaumer, Linz

Zu #49: Zensur im Seuchen-Kasperl-TV!

Es befremdet mich sehr und widerspricht meiner Auffassung von Meinungsfreiheit und Demokratie, dass selbst Sie Wissenschafter, die eine andere als die gängige Meinung äußern, pauschal der Kategorie „Verschwörungstheoretiker“ zuordnen und damit in ihrer Glaubwürdigkeit und Expertise in Frage stellen.
Sicher gibt es derzeit zahlreiche Menschen, die Verschwörungstheorien verbreiten; aber nicht jeder und jede, die eine andere als die derzeit allgemein gültige Meinung vertreten, ist diesen zuzurechnen.
Hier würde ich mir eine differenzierte Auseinandersetzung wünschen, die auch andere Haltungen, Meinungen, Überlegungen – und anderes Wissen – zulässt und so zu einer eingehenden und vorurteilsfreien Beleuchtung der Thematik beiträgt. Und dabei keine Tabus kennt. Es sollte und es muss in einer Demokratie möglich sein, anderer Meinung zu sein, ohne deswegen abgewertet zu werden.
Derzeit ist vieles, was das Corona-Virus anlangt noch nicht bekannt; vieles ist nach wie vor ungeklärt und ungewiss. Manches geglaubte Wissen musste bereits revidiert werden Eine Diskussion verschiedenster Meinungen und Ansätze kann nur bereichernd sein und zu einem besseren Verständnis der gesamten Thematik und zu einer besseren Abstimmung der Maßnahmen beitragen.
Man kann zu Herrn Wegscheider stehen wie man will, ihn jedoch als „Pokerface“ zu bezeichnen empfinde ich als äußerst befremdend. Diese Wortwahl ist auch eine persönliche Diffamierung ohne sachlichen Inhalt und Kritik. Wozu? Ist das respektvoll? Ist das Akzeptanz eines anders-Denkenden? Wohl kaum.

Regina Lackner, Wien

Vielen herzlichen Dank für diese Kolumne. Sie sprechen mir zutiefst aus der Seele und sie kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt.
Denn ich hatte im Freundes- und Familienkreis anstrengende Diskussionen, genau zu diesem Thema, diesem Sender, besagtem Interview von diesem Herrn geführt. Vielen Dank noch einmal für Ihre Arbeit, für die Arbeit des gesamten Falter Teams.
Ich schätze Sie alle sehr, sowohl ihre Artikel als auch das informative Angebot der Podcasts.

Christine Thurner, Waldviertel

Zur Grußformel

„Wash hands, stay human“ mag für Sie gelten. Für uns gewöhnlichere Kreatur heißt es richtigerweise: „ … become human.“ Wann, wenn nicht jetzt. Ich darf in diesem Zusammenhang ausnahmsweise Teilhard de Chardin zitieren, auch wenn sie scheinbar aus einem ganz anderen Eck gestartet sind: „Nous ne sommes pas des êtres humains vivant une expérience spirituelle. Nous sommes des êtres spirituels vivant une expérience humaine / Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung leben.“ Manchmal scheint mir dennoch, manche Populisten spielen bewusst oder unbewusst auf diesem Klavier, allerdings vielleicht spiegelverkehrt („Ich habe alles richtig gemacht.“ Manchmal  in der Form – vielleicht mit Blick auf die Trinität: „Wir haben alles richtig gemacht.“)

Stephan Pesendorfer, Wien

 

Keep distance, wash hands, stay human!

Ihr Armin Thurnher

@arminthurnher

thurnher@falter.at


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Nr. 194 „Wer Charakter hat, hat kein Schicksal“. Zu Walter Benjamin (26.09.2020)
Nr. 193 Holz schlichten. Streit schlichten. Unter Schlichten. (25.09.2020)
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Nr. 190 Ein oder zwei Meter? Abstand nehmen von falschen Dichotomisierungen! (22.09.2020)
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