Post an den Kolumnisten. Seuchenbriefe III


ARMIN THURNHER

27.04.2020

Am gleichen Tag zwei digitale Briefe, das schiene selbst mir leidenschaftlichen Kolumnisten zu viel. Deshalb gibt es, wenn ich wie heute ein Falter-Maily schreibe, eine Auswahl an Zuschriften, sozusagen die Leserbriefseite der Seuchenkolumne. Die Seuchenbriefe. Viele von ihnen muntern mich auf. Danke für Ihren Dank!

Als Kind hatte ich (Jahrgang 1960) wenig Süßigkeiten. Wenn es zu hohen Festtagen eine Bonboniere gab, war mein Bestreben, diesen Genuss so lange wie möglich vorrätig zu haben. Täglich nur zwei Stückchen langsam auf der Zunge schmelzen lassen! Heute ist der Falter meine Bonboniere (ist auch viel gesünder): Jeden Tag ein „Falter Maily“ – immer informativ, und dann – köstlich widerborstig, horizonterweiternd und gescheit, mein Seelenfutter – die „Seuchenkolumne“. Danke! Danke! Danke!

Alexandra Siller, Wien

Danke, Sie haben meiner Empörung bei den Khol-Äußerungen die richtigen Worte gegeben.

Reinhold Gebhart, Hamburg Winterhude

Ich möchte Ihnen zu Ihrer täglichen Seuchenkolumne gratulieren. Mir drängt sich die Frage auf, weshalb die Medien noch nicht ihr Augenmerk auf Bill Gates, unseren neuen Imperial Emperor,  gelenkt haben, der sich weltweit immer mehr mit Interviews zum Coronavirus ins Rampenlicht drängt. Das, was er von sich gibt, entspricht ungefähr dem, was uns unsere Regierung gebetsmühlenartig eintrichtert. Welche Rolle spielt Bill Gates, der seit Jahren Pandemien heraufbeschwört und das, was wir jetzt an Maßnahmen haben, bereits im Oktober 2019 von seiner Stiftung in einer großangelegten Pandemie-Übung durchgespielt hat? Die Bill & Melinda Gates Stiftung ist in der Zwischenzeit zum größten Sponsor der WHO aufgestiegen, eine Tatsache, die mich eher beunruhigt als beruhigt.

Monika Krapfenbacher, Großrußbach

Am liebsten würde ich sie für ihre Wortspende jeden Tag rechts und links abbusseln. Es rückt einfach etwas wieder zurecht, was bereits in eine Schieflage gekommen ist. Einfach Danke.

Sibylle Romig, Wien

Ich möchte mich an einem Sonntag bei ihnen bedanken für ihre Kolumne! Sie sprechen mir aus der Seele. Abgewandelt zu ihrem Leitspruch, der großartig ist: take care, be aware, wash hands & keep physical distance!

Klaus Kepplinger, Wien

Jedesmal, wenn meine Frau heimkommt und ich schon den Falter, oder den Laptop in der Hand habe, muss ich ihr gleich ganz
begeistert Ihre Texte vorlesen. Ich kenne niemanden, der so pointiert und gewählt formuliert wie Sie. Danke dafür, und Alles Gute
ins Waldviertel. Bleiben Sie weiterhin gesund!

Harald Schüßler, Wien

So oft schon waren Sie mir Trost, Wohltäter für Herz und Hirn während des Lesens vieler Ihrer Leitartikel in Ihrem wahrhaft schönen, ermutigenden Falterblatt. Diesmal gilt mein Dank an Sie dem Artikel zu dem unsäglichen Interview Martin Thürs mit den beiden Herren Noll und Khol. Ich erinnere mich noch heute, als Herr Khol in die Zib2 mit Ingrid Thurnher geladen war und wie niederträchtig er sich ihr gegenüber verhielten. Mir blieb damals tagelang der Mund offen. Und so wieder diesmal! Während des Interviews und danach tritt eine Art Gefühlslähmung ein, die es einem unmöglich macht, eine adäquate befriedigende Reaktion in sich zu finden. Daher herzlichen Dank für Ihre Worte!

Christa Selzer, Wien

Ihren Ärger kann ich sehr gut nachvollziehen. Leider funktioniert die türkise PR-Maschine nahezu perfekt. Dass Edtstadler das Ganze umdreht, um Anschober anzupatzen, ist nur mehr widerlich, aber vermutlich wird das bei vielen „richtig“ ankommen. Auch mich stört die ständige Inszenierung von Kurz sehr. Unfassbar war auch Kurz‘ Aussage „Zum Glück habe ich (!) nicht auf die falschen Experten gehört.“ Sie suggeriert, dass nur er es ist, der die Entscheidungen trifft, was richtig und was falsch ist. Gerade in einer Situation, in der vieles unsicher ist, wäre es wichtig, auch andere Meinungen zu hören, auch wenn man ihnen nicht zustimmt. Keep distance, wash hands, stay human AND CRITICAL!

Gottfried Siehs, Innsbruck

(zum Kraus-Zitat: „In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige“)
Karl Kraus steht da natürlich auf sehr kräftigen Schultern: „Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.“ „Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch.“ Beides von Goethe. Alles natürlich etwas aus der Zeit gefallen. Vielen Dank für die schönen Seuchenkolumnen.

Stephan Pesendorfer, Wien

Keep distance, wash hands, stay human!

Ihr Armin Thurnher

@arminthurnher

thurnher@falter.at


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