BEST OF VIENNA – Tipps

Two T’S Bei Pitti

Goldschmiedgasse 10
1010 Wien

Web: www.pitti.at

BEST OF VIENNA 1/2012 (Style)
Um Kopf und Kragen
Die Two T’s designen Krägen. Mit ihren farbenfrohen Kreationen sind sie Gipfelstürmer beim Aufstieg eines Schmuckstücks der etwas anderen Art
Beste Freundinnen waren sie schon immer. Dass sie einmal die besten Kragendesignerinnen Wiens sein werden, hat sich erst in den letzten zwei Jahren herauskristallisiert.
Vered Tenner und Liesa Takagi wollten nach ihrer Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf etwas finden, das sie von der Masse abhebt. Mit ihren Collars ist ihnen das mehr als gelungen. Und so reihen sie sich ein in die Liste der aufstrebenden Labels, die die Modeschule hervorgebracht hat.
“Der Kragen ist zwar ein kleines Produkt, aber sehr variierbar”, sagt die 21-jährige Ve-red. Batik, Leder, Perlen oder Nieten machen den doppelseitigen Kragen zu einem wandelbaren Accessoire, das sich mit jedem Stil kombinieren lässt.
Der Trend, den Kragen von der Kleidung loszulösen und ihn als eigenes Produkt zu etablieren, hat sich mittlerweile bis in die Regale von Zara & Co. durchgeschlagen. Vered und Liesa haben damit schon vor einigen Jahren angefangen. Mittlerweile werden ihre Collars in Wien, Tel Aviv und Tokio verkauft. So farbenfroh wie ihre Krägen ist auch ihr Background. Liesa wurde in Japan geboren, Vereds Familie stammt aus Israel. Die Einflüsse dieser beiden Länder sind nicht zu übersehen: Ein alter Kimono oder Stoffe von den Märkten Tel Avivs bilden oftmals das Rohmaterial für die Wiener Krägen. Die aktuelle Sommerkollektion, die in Wien bei Pitti erhältlich ist, spiegelt diese Verbindung wider: “Dieses Mal haben wir viel mit dem Verlauf von Rosa zu Blau gearbeitet. Das Rosa kommt von den Kirschblüten, die in Japan für den Frühling stehen. Das Blau symbolisiert das Meer vor Tel Aviv”, erklärt die 22-jährige Liesa.
Neben den Two T’s gibt es bereits eine Handvoll anderer Designer, die sich Krägen, Fliegen und Maschen angenommen haben. Lena Kvadrat von Artpoint etwa ließ sich von herkömmlichen Männerhemden inspirieren und hat aus Ärmeln, Manschetten und Krägen einen Schal für Mann und Frau entworfen. Das “Upcycling”-Label Milch Eco Fashion macht aus Krägen und anderen Überbleibseln alter Herrenmode neuartige T-Shirts.
Ein Mascherl um den Hals bedeutet aber noch lange nicht die Rückkehr der Mode zum Artigen, Züchtigen. Im Gegenteil: “Dadurch, dass wir den Kragen von der Kleidung gelöst haben und man ihn auch mit ausgeschnittenen Oberteilen tragen kann, haben wir einen provokanten Bruch zwischen brav und ausgefallen geschaffen”, sagt Vered von den Two T’s.
Mehrere Jahrhunderte nach seiner Erfindung interpretieren junge Designer den Kragen völlig neu und schaffen ein Accessoire, auf das man noch gespannt sein darf.

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