BEST OF VIENNA – Tipps

Milch-Bar

Meidlinger Hauptstraße 7-9
1120 Wien

Telefon: 0681 10 29 72 31
Web: www.milch-bar.at
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-18 Uhr, So auf Anfrage

BEST OF VIENNA 1/2010 (Kultur)
Schönes rund ums Kind“ verspricht Heidi Fußgänger in ihrem Café Kinderzeit. Das Lokal ist mehr als ein Ort, wo Eltern einen Caffè Latte trinken können, ohne sich für das kreischende Kleinkind genieren zu müssen. Fußgänger verkauft hier auch Kindermode – Bio natürlich. Und allerlei Kleinigkeiten, bei denen man nicht widerstehen kann. Zum Beispiel Schnullerketten mit Filzblumen, „Super-Mama“-Anstecker und getupfte Gummistiefel. Das Café selbst ist klein und nach skandinavischem Stil eingerichtet: weiße Tischchen, helle, bunt gefüllte Regale und eine schlichte Kaffeemaschine bei der Kassa. Fußgänger ist studierte Psychologin aus Frankfurt. 2007 hat sie ihr Kindercafé im siebten Bezirk eröffnet. Dort residierte sie bis zum Sommer 2008. Dann wurde es eng, die Stimmung kippte: „Ist nicht so viel los, spricht sich das rum. Dann kommen plötzlich ganz viele und dann heißt es: Da ist viel zu viel los, dann kommt plötzlich keiner mehr“, resümiert Fußgänger. Daher hat sie jetzt auch einen Extra-Spielraum eingerichtet, der für private Treffs ab fünf Kinder reserviert werden kann. Zum offenen Krabbel-Café sind jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr alle eingeladen. Für zwei Euro die Stunde darf das Kind nach Belieben die Spielzeugkisten umleeren und durch den Raum toben. Bis Mai 2009 gab es neben dem Kinderzeit und dem Deli Dschungel Café – das trotz einiger Mankos immer voll ist – ein weiteres Kindercafé in Wien. Das small talk Kidscafé auf der Mariahilfer Straße musste nach zwei Jahren schließen. Die Besitzerinnen hatten sich übernommen. Doch das schreckt Karl Rosam und Bojan Nitric nicht ab. Vor einigen Monaten haben die beiden ihr Kindercafé in der Meidlinger Hauptstraße aufgesperrt. Während Rosam das praktische Know-how besitzt – er ist Vater von bald drei Söhnen und Steuerberater –, hat Nitric als 27-jähriger BWL-Student wenig Klientel-Erfahrung, aber dafür die Idee geboren. Denn in seinem Heimatland Bosnien sind Kindercafés erfolgreiche Lokale. Warum sollte das nicht auch in Wien der Fall sein? „Es ist ein knappes, saisonales Geschäft. Im Sommer sind die Eltern mit den Kindern draußen. Wien hat so viel zu bieten, wenn das Wetter schön ist“, sagt Rosam. Trotzdem sitzen die beiden Männer in ihrer Milch-Bar und schenken den Gästen Kaffee mit wahlweise laktosefreier Milch ein. Es gibt einen Bällepool mit Rutsche, eine kleine Küche mit Mini-Backofen, ein Holzhäuschen und eine Gitarre. Auch für die ganz Kleinen gibt es Spielsachen. Wer mit einem Kind im Spielalter kommt – „Säuglinge natürlich ausgenommen“ –, bezahlt zwei Euro Spielbeitrag. Dafür kann mitgebrachtes Essen für die Kleinen auch im Lokal ausgepackt und verspeist werden. Für die Erwachsenen und älteren Kinder gibt es neben Kaffeespezialitäten kleine Snacks wie Toasts, Baguettes und Torten. In kleinen Plastiksäckchen verkaufen Nitric und Rosam auch Hirsebällchen und Maisstangerln – eine Köstlichkeit für sabbernde, zahnende Kleinkindermünder. Mit ihrem Lokal wollen Karl Rosam und Bojan Nitric eine herzliche Umgebung bieten, in denen sich sowohl Eltern als auch Kinder wohlfühlen können. In Wien ist das (leider) eine Seltenheit.

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