Preisfrage: Welches Pubquiz lässt die Köpfe so richtig rauchen?

Nein, Pubquiz sind nicht nur eine Ausrede, um unter der Woche zu trinken. Sie haben auch in Wien Tradition. Doch welches Quiz hat es wirklich in sich? Welches den größten Jackpot, die kühnsten Quizmaster, die stärksten Teams? Diese drei vielleicht

von Nicole Schöndorfer | aus BEST OF VIENNA 2/2017

Foto: rhiz

„Das Original“ in Johnny’s Pub

Dass es ausgerechnet ein Irish Pub war, das die britische Tradition des Pubquiz in den späten 90ern nach Wien gebracht hat, ist zugegebenermaßen keine große Überraschung. Schließlich veranstaltet in Großbritannien und Irland ungefähr jedes zweite Pub ein solches Quiz.

Im Johnny’s geht es schon alleine deshalb sehr klassisch zu. Das Quiz besteht aus 20 Fragen, die Teams aus maximal sechs Personen. Es wird sowohl in Deutsch als auch in Englisch abgehalten. Die Fragen sind durchmischt und – wie ein Blick auf die vergangenen Quiz-Abende verrät – no walk in the park, wie der Brite sagen würde. Neben umfangreichem Allgemein- und Nischenwissen ist auch exzessiver Medienkonsum zu empfehlen, besonders dann, wenn es Specials, wie etwa zur US-Wahl vergangenen November, gibt. Gruselig wird es beispielsweise demnächst zu Halloween.

„Ich bin der wohl erfahrenste Quizmaster Wiens“, sagt Marco Celeghin und lacht. Der Jackpot, der, wenn kein Team die 20/20 knackt, wöchentlich um 30 Euro wächst, steht derzeit bei knapp 2.300 Euro. Gewonnen wird er laut Celeghin zwei- bis dreimal pro Jahr. Ansonsten gibt es für die GewinnerInnen Pub-Gutscheine im Wert von 30 Euro. Auch nicht schlecht, da gehen sich Bier, Burger und ein paar Baskets aus. (Esst dort!)

Lustig sind auch die Schätzfragen, bei denen eine Extrarunde an Getränken gewonnen werden kann. Oder der „Funny Team Name Prize“, bei dem die Publikumsreaktion auf die Namen der Teams über die Frinks entscheidet. „Die Reaktion beurteile ich“, sagt Meister Celeghin. Aye.

Johnny’s Pub
Schleifmühlgasse 11, 1040
johnnys-pub.at

„Das Knifflige“ im Café Benno

Wer sich mit dem Quiz in Johnny’s Pub beschäftigt, kommt nicht um jenes im Josefstädter Café Benno herum. Einerseits, weil die Quizmaster-Szene eine kleine und freundschaftliche ist, andererseits, weil Quizmanufaktur-Gründer Attila Hazler auch eine tragende Rolle bei den Quiz-Anfängen im Johnny’s spielte. Hazler ist quasi die Beyoncé der Quizzer – eine living legend. Er nennt sein Quiz im Benno „das anspruchsvollste in Wien“. Von TeilnehmerInnen gibt es da keine Einwände.

16 Fragen, von denen sich ein paar aufspalten, werden gestellt, 24 Punkte können insgesamt erreicht werden. Es gibt 35 Stammteams an zwei Abenden, die aus maximal sieben Personen bestehen. Warum aber gleich zwei Termine pro Woche? „Weil es so voll wurde. Als wir 2009 angefangen haben, war das Quiz noch alle zwei Wochen. Nach wenigen Monaten dann wöchentlich und 2013 haben wir den Montag dazugenommen“, erzählt Hazler.

Beliebt ist das Pub Quiz im Café Benno auch aufgrund der eigenen Musikwertung – es gibt die Kategorien Wissen, Musik und Kombi –, bei der gemeinsam mit den Fragen thematisch passende Popmusiknummern gespielt werden, die es zu erkennen gilt. Aber auch aufgrund der Specials, die einmal im Monat stattfinden. Aus Vorschlägen der Teams werden Themen ausgelost. Da kann es an einem Abend schon einmal um Sexualität, Boshaftigkeit oder Astronomie gehen. „Das ist für mich natürlich oft eine Herausforderung“, lacht Hazler.

Jackpot gibt es übrigens keinen mehr. Angeblich, weil überhaupt zu gewinnen schon so eine Ehre ist, dass man kein Geld der Welt dazu braucht. Fame alleine reicht. Gutscheine kann man aber immer noch abstauben. Na, bitte.

Café Benno
Alser Straße 67, 1080
cafebenno.at

„Das Poppige“ im rhiz

„Wir bezeichnen uns nicht als Pubquiz, sondern als Popquiz“, stellt Veranstalter Christoph Sepin gleich zu Beginn klar. Die Rede ist selbstverständlich vom fabulösen Quiz 3000. 2007 in der Transporter Bar in Wieden als Gegenentwurf zum
klassischen Pubquiz über Politik, Geografie und Sport ins
Leben gerufen, findet es seit Anfang diesen Jahres monatlich im rhiz statt.

Es geht also um Musik, Literatur, Film und Serien, Games und allgemeine Popkultur-Trivia. Das Quiz nimmt sich selbst nicht allzu ernst, daher wird auch hier auf einen fetten Jackpot verzichtet. Zu gewinnen gibt es das, was an Popkultur interessierte Menschen, ob nun Gewinner oder Verlierer – es gibt einen „Loser-Preis“ –, eben so brauchen: Plattenspieler, Spielkonsolen, Alkohol und, naja, Eierkocher zum Beispiel. Um diese Preise spielen 14 Teams, bestehend aus maximal vier Personen, die sich unbedingt lange vor dem nächsten Quiz-Abend auf Facebook anmelden sollten.

Das Quiz besteht aus insgesamt 20 Fragen, inklusive einer Bilderrunde, einer, bei der man Intros aus Songs erkennen muss, und der klassischen „Simpsons“-Frage. Einer Frage zur US-Serie „The Simpsons“ also. Anglophil wie die Popmusik ist man auch beim Quiz 3000: Durch die Abende wird auf Deutsch und Englisch geführt.

rhiz
U-Bahnbogen 37, 1080
www.rhiz.org
facebook.com/quiz3000


ANZEIGE